GRUSSWORT VON SCHIRMHERRIN BRIGITTE LÖSCH MDL

Liebe Organisator*innen und Besucher*innen des diesjährigen CSD am See in Konstanz und Kreuzlingen,

zunächst vielen Dank dafür, dass ihr mich mit der Schirmherrinnenschaft für euren grenzüberschreitenden CSD  bedacht habt! Ich freue mich sehr darauf am 15. Juli  mit euch die Grenze unter dem Motto „ Liebe an allen Ufern“ zu überschreiten und damit ein Zeichen für gleiche Rechte in der Schweiz und in Deutschland zu setzen!

In diesem Jahr sind es 25 Jahr, dass sich 50 Menschen zum ersten CSD am See in Konstanz trafen. 1992 wurden noch 77 Menschen in der „alten“ BRD wegen eines Verstoßes gegen den § 175 verurteilt. Sie wurden verurteilt weil sie als Männer eben Männer liebten!

Seither hat sich vieles gebessert, aber an vielem müssen wir auch noch arbeiten, wie auch ein Blick in den aktuellen Forderungskatalog des CSD-Konstanz zeigt. In 70 Staaten dieser Welt werden Menschen noch bestraft, wenn sie lieben, wie sie lieben können, als Frau, Frauen als Mann, Männer. In sieben Staaten dieser Welt droht dafür noch die Todesstrafe!

Leider ist auch bei uns in Deutschland noch nicht alles so wie wir es uns wünschen!  Der „Gesetzentwurf zur Ehe für Alle des Landes Baden-Württemberg“ wurde am 27.10. 2015 im Bundesrat beschlossen. Der Deutsche Bundestag verwies den

Entwurf am 10.11.2016 in den Rechtsausschuss dort wird er seither in nunmehr neun  Sitzungen blockiert!

Ich freue mich sehr darüber, dass die grüne Bundestagsfraktion im Namen von Volker Beck nun vor dem Bundesverfassungsgericht klagt. „ Ehe für alle“ -  mit gleichen Rechten und Pflichten,  dadurch würde vieles, was die Community fordert,  mit einem Mal Realität!

Als Landtagsabgeordnete, die sich seit vielen Jahren für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen, queeren und auch asexuellen Menschen einsetzt, sehe ich es positiv, was bei uns im Land in den letzten sechs Jahren erreicht wurde.

Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt wurde als Leitthema in den Bildungsplänen verankert und auch der  Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte wurde erstellt und umgesetzt.

Die Verstetigung der Mittel für den Aktionsplan im kommenden Doppelhaushalt ist nun der nächste Schritt. Das würde auch für das Landesnetzwerk LSBTTIQ  die so wichtige Planungssicherheit bedeuten.

Vieles haben wir erreicht, viele und wichtige Ziele – nach wie vor – vor Augen!

Ich freue mich auf einen sonnigen Tag in beiden Städten am See.

Herzliche Grüße

Eure Brigitte Lösch MdL

Vorsitzende des Ausschusses für Kultus, Jugend und Sport
Sprecherin für die Gleichstellung von LSBTTIQ der Fraktion Grüne
Landtag von Baden-Württemberg

 

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