Grußworte des CSD 2009

Stefan Baier (1. Vorsitzender CSD Konstanz e.V. und Präsident des CSD Kreuzlingen)

Als erster Vorsitzender des Vereins CSD Konstanz e.V. freue ich mich, unsere Gäste am Bodensee begrüßen zu können, dieses Jahr zum ersten Mal auch im Namen unserer Partner und Freunde des CSD Kreuzlingen. Erstmals haben wir die Gelegenheit, einen CSD grenzüberschreitend zu veranstalten – erstmals auf unserem Globus und damit setzen unsere Freunde aus der Schweiz und wir in Konstanz ein weithin sichtbares Zeichen gegen Abgrenzung, Ausgrenzung und Grenzen überhaupt.

Wir sind gewiss, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgenderpersonen hierdurch über Staatsgrenzen hinweg enger zusammenfinden werden und verfolgen das erklärte Ziel, dass dies unseren gemeinsamen Einsatz für gesellschaftliche Akzeptanz sexueller Minderheiten stärkt. Zugleich verbinden wir damit die Hoffnung, dass dies Schule macht.

Wir laden in guter Tradition auch die heterosexuelle Mehrheit der Gesellschaft ein, mit uns zu feiern, Solidarität zu beweisen und weltoffen Grenzen zu überwinden. Grenzen trennen, unterscheiden, differenzieren – Grenzen haben in der Geschichte unzählige Konflikte verursacht oder befördert. Grenzen zu überwinden, bedeutet sich zu öffnen und das Wagnis einzugehen, sich bislang Fremdes vertraut zu machen und damit den ersten Baustein für ein menschliches Miteinander in Frieden und Freiheit in aller Vielfalt zu setzen.

Haben wir Mut zu diesem Wagnis, das nur zu unser aller Gewinn sein kann!

Noch immer sind es die Christopher Street Days, die eine wichtige Stellung in unserem Bemühen um Akzeptanz einnehmen – und dies eben nicht nur in den Metropolen, sondern gottlob auch im ländlich geprägten Raum.

Viel ist in den letzten Jahren geschehen, doch immer noch brauchen wir Aufmerksamkeit und Unterstützung, um unsere Ziele zu erreichen.

Ich danke allen Sponsoren, Helfern, den Mitstreitern in den Vereinen sowie denjenigen, die in Kreuzlingen und Konstanz politische Verantwortung tragen, dass sie uns den weltweit ersten grenzüberschreitenden CSD ermöglichen.

Ich wünsche mir zugleich, auch im Namen aller Vereinsfreunde, dass wir nicht nur eine interessante Kulturwoche und einen fulminanten CSD-Tag erleben, sondern dass wir etwas von diesem herausragenden Ereignis mit hinüber nehmen in den Alltag – die Freude am Miteinander über Grenzen hinweg!

Stefan Baier

Horst Frank (regierender Oberbürgermeister von Konstanz)

Liebe Teilnehmer, Freunde und Organisatoren des Christopher-Street Day,

bereits zum dritten Mal treffen sich hier am Bodensee Menschen, um sich gemeinsam für sexuelle Gleichberechtigung, Akzeptanz und Toleranz zu engagieren. Zugleich feiert die Veranstaltung in Kreuzlingen und Konstanz eine Premiere: es ist der erste grenzüberschreitende Christopher-Street-Day weltweit.

“Grenzenlos – Liebe an allen Ufern” ist das Motto dieses Ereignisses, bei dem nicht nur die Grenzen zwischen der Schweiz und Deutschland, sondern auch zwischen Menschen mit unterschiedlicher sexueller Identität im Mittelpunkt stehen. Beim ersten grenzüberschreitenden CSD in Kreuzlingen und Konstanz können Schweizer und Deutsche gemeinsam für eine tolerante Gesellschaft werben und damit für ein wichtiges Thema Bewusstsein schaffen. Dabei steht gegenseitiger Respekt und die Akzeptanz verschiedener Lebensweisen auf den bunten Fahnen des CSD.

Seit 1969 die ersten Demonstrationen in New York gegen sexuelle Diskriminierung durch die Polizei stattfanden, hat sich in unserer Gesellschaft zum Glück vieles verändert. Durch das Engagement vieler Menschen über die Jahre hinweg konnten politisch wichtige Entscheidungen dazu beitragen, die Rechte für gleichgeschlechtliche Paare zu verbessern. Doch trotz zahlreicher Fortschritte ist es wichtig, dass über die Grenzen hinweg Menschen öffentlich für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen und für Gleichberechtigung eintreten. Der CSD in Kreuzlingen und Konstanz ist auf beiden Seiten der Landesgrenze eine ideale Plattform, um gemeinsam mit Lebensfreude und Mut zu feiern und für eine Gleichbehandlung der Menschen zu demonstrieren.

Wir freuen uns deshalb sehr, Gastgeber für diese liberale und fröhliche Veranstaltung sein zu können. Ich wünsche allen Beteiligten eine erfolgreiche Kundgebung und einen schönen Tag am grenzüberschreitenden Christopher-Street-Day in Konstanz und Kreuzlingen.

Horst Frank
Oberbürgermeister

Klaus Wowereit (regierender Bürgermeister von Berlin)

Zum Christopher-Street-Day in Konstanz und Kreuzlingen übermittle ich unsere herzlichsten Grüße aus der deutschen Hauptstadt. Es freut mich sehr, dass es in diesem Jahr erstmals gelungen ist, einen grenzüberschreitenden CSD zu organisieren. Denn ich halte es für sehr wichtig, dass sich Schwule und Lesben überall auf der Welt als Teil einer großen Bewegung fühlen können, die sich mit vereinten Kräften für die Anerkennung gleicher Rechte engagiert.

Die zahlreichen Christopher-Street-Day-Paraden an vielen Orten weltweit leisten dafür einen wichtigen Beitrag. Sie stehen für Toleranz, Weltoffenheit und Lebensfreude, vor allem aber für ein selbstbewusstes Werben um gesellschaftliche Respektierung und Gleichstellung in allen Lebensbereichen.

In dieser Hinsicht haben wir in den vergangenen Jahrzehnten zwar bereits eine ganze Menge erreicht, was sich auch am stetig wachsenden Erfolg der CSD-Paraden ablesen lässt. In Berlin zum Beispiel war es beim ersten CSD vor rund 30 Jahren nur eine kleine Schar von Schwulen und Lesben, die teilweise sogar vermummt über den Kurfürstendamm zog. Die Teilnahme an einer Veranstaltung wie dem CSD war damals noch eine echte Mutprobe. Inzwischen nehmen in Berlin Hunderttausende teil.

Man kann daher sagen: Das Engagement vieler Schwuler und Lesben hat sich gelohnt. Wir haben – in Deutschland ebenso wie in der Schweiz – heute ein vergleichsweise toleranteres gesellschaftliches Klima. Hinzu kommen viele Fortschritte in Sachen Emanzipation und rechtlicher Gleichstellung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Homosexuelle im Herzen Europas ganz selbstverständlich frei von Diskriminierungen leben könnten. Deshalb bleibt es nach wir vor wichtig, sich gemeinsam für Akzeptanz und Gleichberechtigung zu engagieren.

Darum geht es auch beim CSD in Kreuzlingen und Konstanz. Mit „Grenzenlos – Liebe an allen Ufern“ ist dabei ein prägnantes Motto gefunden. Es unterstreicht, dass die Anerkennung unterschiedlicher Lebensweisen eine Bereicherung für jede Gesellschaft bedeutet. Zugleich ist es ein klares Statement gegen Ausgrenzungen jeder Art und für die Freiheit, andere anders sein zu lassen.

Ich bin daher sicher: Viele Schwule und Lesben aus dem gesamten Dreiländereck am Bodensee werden Präsenz zeigen, um darauf aufmerksam zu machen, dass schwul-lesbisches Leben nicht an den Rand der Gesellschaft gehört, sondern Teil von ihr ist. All das macht den grenzüberschreitenden CDS von Konstanz und Kreuzlingen zu einem wichtigen politischen Ereignis, zu dem ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg wünsche.

Klaus Wowereit

Guido Westerwelle (Außenminister)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, Ihnen im Namen aller Freien Demokraten und auch ganz persönlich herzliche Grüße zum ersten grenzüberschreitenden CSD übermitteln zu dürfen. Ein gemeinsamer Christopher Street Day in Kreuzlingen und Konstanz steht nicht nur für Toleranz, sondern auch für die ausgezeichnete Freundschaft zwischen der Schweiz und Deutschland.

Sie setzen mit dem Christopher Street Day ein Zeichen und wissen: Freiheit ist kein selbstverständliches Gut. Freiheit muss immer wieder neu erstritten und verteidigt werden. Freiheit ist auch kein Gut, das den Bürgerinnen und Bürgern vom Staat zu geteilt wird. Das Gegenteil ist richtig: Die Menschen gewähren dem Staat Einschrän kungen ihrer Freiheit, wenn dies das Gemeinwohl erfordert. In diesem Sinne gehen Sie heute für unsere liberalen Grundwerte Freiheit, Weltoffenheit und Toleranz auf die Straße und kämpfen für die Vielfalt, die unsere Gesellschaft erst lebenswert ma cht.

Ihnen allen möchte ich für Ihren Einsatz danken und Ihnen ausdrücklich versichern: Wenn Menschen für Menschen Verantwortung übernehmen, dann wird das immer auf die politische Unterstützung der Liberalen treffen. Darauf können Sie sich verlas sen.

Ich wünsche Ihnen allen einen frohen und erfolgreichen Tag mit guter Resonanz. Ihnen persönlich alles Gute.

Guido Westerwelle

Brigitte Zypries (Justizministerin)

Alle Organisatoren, Teilnehmer und Freunde des Christopher Street Days grüße ich vielmals. Der CSD ist seit vielen Jahren eine eindrucksvolle Demonstration für Selbstbestimmung und Toleranz. Ich freue mich sehr, dass diesmal grenzüberschreitend so viele Menschen mit dabei sein werden, um zu feiern und ein Zeichen zu setzen gegen Bevormundung und Diskriminierung.

Als Bundesjustizministerin liegt mir besonders die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben am Herzen. Die Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft im Jahr 2001 war der entscheidende Durchbruch. 2006 haben wir mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz den Schutz vor Diskriminierungen verbessert und seit 2007 ist im Bundesrecht festgelegt, dass auch Lebenspartnerschaften grundsätzlich im Standesamt geschlossen werden. Trotzdem gibt es noch immer Rechtsgebiete, in denen Lebenspartner schlechter behandelt werden als Ehegatten. Es ist ungerecht, dass zwar der Ehegatte eines Bundesbeamten Beihilfe im Krankheitsfall und eine Hinterbliebenenversorgung bekommen, nicht aber ein Lebenspartner. Solche Ungerechtigkeit haben CDU und CSU zu verantworten, die immer wieder aufs Neue wichtige Gesetze blockieren und die vollständige rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnern und Ehegatten verhindern.

In diesen Tagen wird unser Grundgesetz 60 Jahre alt. Das ist ein Anlass zum Feiern, aber wir sollten dieses Jubiläum auch zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken, wie unsere Verfassung auf der Höhe der Zeit bleibt. Artikel 3 enthält eine Reihe von Diskriminierungsverboten. Die “sexuelle Orientierung” ist dort bislang nicht genannt. Artikel 6 stellt die Ehe unter den besonderen Schutz des Staates. Von Lebenspartnerschaften ist dort aber nicht die Rede. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir unsere Verfassung an diesen beiden Stellen ergänzen. Darüber brauchen wir jetzt eine breite gesellschaftliche Debatte, denn das Jubiläum des Grundgesetzes darf sich nicht in Nostalgie und Jubelfeiern erschöpfen. Gefeiert werden – das soll aber beim Christopher Street Day und dabei wünsche ich allen Menschen rund um den Bodensee viel Spaß und Freude.

Ihre Brigitte Zypries

Petra Selg (Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg)

Liebe Teilnehmende, FreundInnen und OrganisatorInnen des Christopher-Street Day,

ich gratuliere Ihnen als Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg ganz herzlich zum ersten grenzüberschreitenden CSD.

“Grenzenlos – Liebe an allen Ufern” ist das Motto Ihres diesjährigen CSD. In Deutschland wie auch in der Schweiz stoßen Lesben und Schwule inzwischen auf ein einigermaßen tolerantes und offenes gesellschaftliches Klima. Die Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaften unter der rot-grünen Bundesregierung im Jahre 2001 war dafür in der Bundesrepublik der entscheidende Durchbruch.

Dennoch liegt auch hier und vor allem in Baden-Württemberg noch immer einiges im Argen. Während bundesweit mit dem Gesetz zur Reform des Personenstandsrechts die Standesämter auch für die Eintragung von Lebenspartnerschaften zuständig wurden, nutzt Baden-Württemberg als einziges Land neben Thüringen die Länderöffnungsklausel für eine kleingeistige Verbannung gleichgeschlechtlicher Paare in schmucklose Hinterzimmer von Landratsämtern. Das ist nicht akzeptabel. Als grüne Landesvorsitzende fordere ich deshalb von der Landesregierung: Macht Baden-Württemberg endlich zu einem Land, in dem staatliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung vollständig der Vergangenheit angehört!

Doch nicht nur auf Landesebene auch im Bund und in Europa gibt es noch viel zu tun, um den Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung besser zu verankern. So muss etwa in Artikel 3 des Grundgesetzes – seit wenigen Tagen 60 Jahre alt! – endlich auch das Verbot der Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung ausdrücklich aufgenommen werden. Auch auf EU-Ebene gibt es bisher lediglich für das Arbeitsleben entsprechende Regeln zur Antidiskriminierung. Wir müssen endlich in ganz Europa die rechtliche und gelebte Gleichberechtigung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender herstellen.

Anerkennung und Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen sind eine Bereicherung für jede Gesellschaft auf diesem Globus. Deshalb wünsche ich diesem ersten grenzüberschreitenden CSD, dass es gelingt, diese Bereicherung in die Herzen und Köpfe der Menschen zu tragen.

Allen Organisierenden, Teilnehmenden, und Unterstützenden dafür ein ganz herzliches Dankeschön und viel Erfolg.

Ihre Petra Selg

Piccolettha (Moderatorin im Stadtgarten)

Liebe Seehasen,

wie doch die Zeit vergeht – und schon sind fast zwei Jahre vergangen und schon steht wieder Euer wunderbarer CSD vor der Tür. Wenn Ihr mit den eben wiedererwachenden Frühlingsgefühlen nun fleißig seid wie die Karnickel, dann gibt’s bis zum Juli wahrscheinlich einen ganz großen Wurf.

Aber immer schön die Augen auf beim Personennahverkehr, auch dann, wenn er grenzüberschreitend ist. Bewußt genießen ist wahre Lebensfreude.

“Frühling ist’s, der Sperling piept, Duft aus Blütenkelchen/ bin in einen Mann verliebt, weiß nur nicht in welchen/ ob er Geld hat ist mir gleich, mich macht nur die Liebe reich/ Kinder, heut abend, da such ich mir was aus, einen Mann, einen richtigen Mann”….trallala flöt….

Beste Grüße aus der Hauptstadt: Eure Muddi Piccolettha O.S.P.I.

Klaus Koch (Aids-Hilfe Konstanz e.V. & Aids-Hilfe Baden-Württemberg e.V.)

Samstag der 18. Juli 2009 ist ein besonderer Tag.
An diesem Tag werden Solidarität, Lebensfreude, Selbstbewusstsein, politisches Statement und die Vielfalt der Lebensweisen zum Ausdruck gebracht.

Es ist ein Tag mit sprichwörtlichen Grenzüberschreitungen.

2009 jährt sich die Tradition des Christopher Street Days zum vierzigsten Mal. 1969 fand in der Christopher Street im Stonewall Inn, einer Schwulenbar im New Yorker Stadtteil Greenwich Village eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Homosexuellen und Polizei statt. Dieses Ereignis gilt als Wendepunkt im Kampf um Gleichbehandlung und Anerkennung von Schwulen und Lesben. Im folgenden Jahr organisierte die Gay Liberation Front einen Marsch von Greenwich Village zum Central Park. An diesem Marsch nahmen ca. 10.000 Menschen teil. Damit war die Tradition des Christopher Street Day begründet.

Damals wurden konventionelle Grenzen überschritten – heute, 40 Jahre später gibt es immer noch Grenzen – und sei es nur in den Köpfen. Grenzüberschreitungen gehören zum täglichen Leben, denn auch heute ist es in vielen Bereichen nicht alltäglich, selbstbestimmt und offen zu leben. Der CSD hat hier nichts von seiner Brisanz verloren, weiterhin werden Schwule, Lesben, Transgender und bisexuell lebende Menschen in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens geschnitten oder ausgegrenzt!

Der CSD will diese Grenzen überwinden. In diesem Jahr gelingt es den Veranstaltern sogar, innerhalb des vereinten Europas eine Landesgrenze zu überwinden. Die Vereine CSD Konstanz und CSD Kreuzlingen veranstalten gemeinsam den diesjährigen CSD!

Die Aids-Hilfe Konstanz erlebt in ihrer täglichen Arbeit, was Begrenzung bedeuten kann. Begrenzung durch soziale Isolation, Begrenzung durch materielle Not und nicht zuletzt Begrenzung durch Krankheit. Dabei sind die Probleme von Menschen mit HIV diesseits und jenseits der Landesgrenzen ähnlich. Die Aids-Hilfe Konstanz arbeitet deshalb seit längerem konstruktiv mit der Aids-Hilfe Thurgau/Schaffhausen zusammen. Diese Synergie ist eine gute Plattform um Gewonnenes zu erhalten, Neues anzuregen und Sinnvolles umzusetzen!

Wir wünschen dem CSD Organisationsteam für die CSD Kulturwoche und für die CSD Parade viel Erfolg!

Klaus Koch
Aids-Hilfe Konstanz e.V. & Aids-Hilfe Baden-Württemberg e.V.

Didi Knoblauch (Sänger)

Hallo Ihr Lieben,

ich freu mich wie jedesmal über die Einladung nach Konstanz zum CSD.

Ich hab nur gute Erinnerungen an das letzte Mal und hoffe dass auch dieses Jahr der Wettergott wieder mächtig die Sonne scheinen lässt und die Stimmung grenzenlos fröhlich ist.

In diesem Sinne – bis bald! “See you in Konstanz.”

Euer Didi Knoblauch

Dennis Grabosch (Schauspieler)

Das Liebe keine Grenzen kennt, halte ich ja persönlich für ein Gerücht – bereits eine Wochenendbeziehung zwischen Hamburg und Wien kann sich, nicht zuletzt wegen kultureller Unterschiede, recht schwierig gestalten!

Wenn aber z.B. ein texanischer Bürgermeister sein Amt aufgeben muss, um mit seinem mexikanischen Lebenspartner eine gemeinsame Zukunft aufbauen zu können, kann ich bei aller Liebe nicht genug Optimismus aufbringen, das romantisch zu finden. Als ob Beziehungen in unserer Zeit, nicht auch ohne die Bürokratie aus dem letzten Jahrtausend, schon kompliziert genug wären.

Dass viele binationale Lesbische und Homosexuelle Paare zusätzlich mit Problemen kämpfen müssen, die sich heterosexuellen Paaren in vergleichbaren Situationen gar nicht erst stellen, empfinde ich persönlich als himmelschreiende Ungerechtigkeit. Ich kann nur von Glück reden, mich zufälligerweise in einen Briten verliebt zu haben, denn den musste ich nicht mal überstürzt heiraten, um bei ihm sein zu dürfen. Und als wir schließlich heiraten wollten, reichte dem Standesamt eine Versandhausrechnung, als Nachweis dass wir bereits zusammen unter derselben Adresse lebten.

Mir ist schon klar, dass nicht alles so einfach sein kann, aber vor dem Gesetz gleichgestellt, auf Augenhöhe mit heiratswilligen Heten, dürfte doch eigentlich nicht wirklich zuviel verlangt sein, oder? Oh nein, Entschuldigung es ist zuviel verlangt! Wie konnte ich nur vergessen, dass in nicht wenigen Ländern Homosexualität per se noch immer gesetzlich verboten ist. Da kann man ja eigentlich froh sein, dass man auf so hohem Niveau jammert. Mein Gott, das Thema ist komplexer als ich dachte, dabei höre ich doch so oft dass schwul sein heutzutage kein Problem mehr sei…!

Ich danke Euch für die Einladung und freue mich sehr auf Euch, Konstanz, das Überschreiten von Grenzen und Liebe an allen Ufern.

Muß ich meinen einen Reisepass mitbringen, oder reicht ‘ne Rechnung vom Quelle Katalog?!

Big hug and kisses, Dennis

Franca Morgano (Sängerin)

Hallo liebes CSD-Team !

mit viel Liebe und Engagement habt Ihr den CSD grenzüberschreitend ins Leben gerufen!

Das merkt man! Nur so kann ein solcher Event mit Herz erfolgreich wachsen….

Und Jeden erreichen!

Nicht weil ihr es MÜSST sondern weil ihr es WOLLT!!!

Das ist der kleine aber feine Unterschied und der Schlüssel zum Erfolg!

Ich freue mich auf Euch und auf alles was kommt… ;-)

Eure Franca

Frl. Wommy Wonder (Sängerin)

Liebes Team vom CSD Konstanz!

Wenn ich etwas gelenkiger wäre, würde ich mir in den Hintern beißen, dass ich dieses Mal nicht bei Euch sein kann, denn an Euren letzten CSD erinnere ich mich noch, als wäre es gestern gewesen: der wunderbare Zusammenhalt bei allen Beteiligten, die ausgelassene Stimmung bei der Gala, die unkomplizierten Kollegen, die das Programm “einfach so” um spontane Einlagen erweiterten, die Bevölkerung, die Euch herzlich zugetan war und Euer Bürgermeister, der auch “einfach so” spontan auf den Paradewagen stieg, das war CSD, wie er sein sollte: politisch, friedlich, ausgelassen, bunt – quasi Community at its best. Da können sich manche “Großen” ein Scheibchen abschneiden. Und jetzt werdet Ihr dazu noch grenzüberschreitend? Kompliment… und viel Erfolg. Ich hoffe, dass ich das nächste Mal wieder dabeisein kann. Viel Spaß derweil dieses Jahr an beiden Ufern…

Herzlich
Wommy Wonder

Thomas Hermanns (Comedian)

Lieber Konstanzer!

Ein Bekenntnis: Vor genau 25 Jahren, im Orwell Jahr 1984, trat ich als Autor und Mitglied der schwulen Theatergruppe “Frontbettreuung” aus München in Konstanz beim CSD auf. Es war bei der abendlichen Party auf einem Schiff auf dem Bodensee (!) und ich tanzte, mimte und playbackte heftig mit meinen Mitstreitern in beigen Plastikminiröcken durch Eure wunderschöne Landschaft… mein großartiger Bühnenname war damals Peggy Pershing! Viel hat sich seit damals verändert, aber nie werde ich den Spaß und den gleichzeitigen politischen Ernst der Veranstaltung vergessen in einer Zeit, als die CSDs in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckten und einige mutige Konstanzer schon damals voranmarschierten. Möge die Veranstaltung dieses Jahr genau so inhaltlich, kämpferisch und gleichzeitig spaßig und anarchistisch sein wie unsere damals!

Eure Peggy aka Thomas Hermanns

Photo: Stephan Pick

Wencke Myhre (Entertainerin)

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjähigen CSD-Parade in Kreuzlingen/Konstanz, mit großer Sympathie verfolge ich Ihr Engagement. Ihrer bunten und föhlichen Demontration für mehr Toleranz und Gerechtigkeit wünsche ich viel Teilnehmer und sonniges Wetter

Ihre Wencke Myhre

Ross Anthony (Sänger)

Für mich ist der Christopher-Street-Day mehr als nur eine bunte Parade. Er fordert die Gesellschaft auf, keine Mauern gegen Menschen aufzubauen, sie zu verurteilen oder sogar zu verstoßen, weil sie in ihren Augen anders sind. Für mich geht es um mehr, als nur Homosexualität. Jeder Mensch ist einzigartig und wundervoll, egal ob er einen Mann oder eine Frau liebt, egal welche Hautfarbe oder Rasse er hat. Die Welt könnte wunderschön sein, wenn sie so bunt und offen wäre wie der CSD.

Klee (Band)

Ahoi, ihr Königskinder,

es ist völlig gleich an welchem Ufer ihr steht. Hauptsache ihr findet zusammen. Also immer rein ins kalte Wasser, denn es geht um die Liebe! Immer! Uferlos!

Aloha, dem weltweit ersten grenzübergreifendem CSD!

Feiert grenzenlos und liebt uferlos!

Eure Klees

Kurt Aeschbacher (schweizer Moderator)

In einer Zeit, wo wir Schweizer für unsere Nachbarn die Indianer sind, die es zu jagen gilt, senden wir gerne Rauchzeichen gen Norden, montieren den Federschmuck, stopfen ne Friedenspfeife und umarmen über alle steuerlichen Grenzen hinaus unsere Brüder und Schwestern mit einem warmen Hugh.

Münchner Freiheit (Band)

Wir wünschen dem CSD 2009 ein gutes Gelingen. Ganz besonders freut es uns, daß er dieses jahr grenzüberschreitend, also ganz ohne Grenzen stattfindet. Viele reden von einem Europa ohne Grenzen, Ihr macht es einfach. So muß es sein.

Alles Gute aus München

Eure

Münchener Freiheit

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