Grußwort Klaus Koch – CSD 2011

Klaus Koch

Klaus Koch

„Liebe Freundinnen und Freunde,

ich möchte gleich zu Beginn meines Grußwortes die Gelegenheit nutzen, den Organisatoren hier in Konstanz zu danken, dass ein erneuter CSD im Bodenseeraum ermöglicht werden kann. Die Überwindung einer Landesgrenze macht, wie auch schon beim letzten CSD deutlich, dass Grenzen aufgeweicht und überwunden werden können, wenn alle am selben Ziel arbeiten und zusammenhalten.

Diese „Ziel-Metapher” ist nicht nur in unserem Lebensraum eine zentrale Forderung – auch dann, wenn sie nicht explizit genannt wird. Für uns ist diese politische Demonstration eine deutliche Positionierung und hat bis zum heutigen Tag nichts von ihrer Brisanz verloren. Es ist eine Demonstration, die aufmerksam machen soll, dass es immer noch Lebensformen und Lebenssituationen gibt, die von einigen bekämpft, instrumentalisiert oder weltanschaulich missbraucht werden. Die Gründe dafür haben sich über die Jahre kaum geändert, liegen vielleicht in der eigenen Unzulänglichkeit oder um von anderen gesellschaftlichen Themen ablenken zu können.

Im Spätsommer vor 25 Jahren, wurde die AIDS-Hilfe Konstanz auch aus diesen Gründen ins Leben gerufen. Die Initiatoren, die sich damals zusammenfanden, wollten neben dem politischen Eintreten für Andere auch einen Rahmen schaffen, um Betroffenen in unserer Region eine qualifizierte Anlaufstelle zu bieten. Die Forderungen des CSD sind eine weit über die Grenzen gehende Aufgabe, die uns alle auch heute noch beschäftigt und menschlich und präventiv noch eine lange Zeit fordern wird.

Vieles hat sich verändert! Aufklärung, Begleitung und Beratung bleiben, doch sie gehen mittlerweile über HIV hinaus, da auch andere sexuell übertragbare Erkrankungen unsere ganze Aufmerksamkeit benötigen. Die Präventionsbotschaften ändern sich – weltweit!

Nach 25 Jahren AIDS-Hilfe Konstanz und vielen Jahren CSD-Bewegung auch in unserer Region, ist der CSD eine Demonstration, die auch heute noch hilft, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen wahr zu nehmen, ihnen Respekt zu zollen, sie zu unterstützen und wertzuschätzen! Es gilt Lebensweisen anzuerkennen, die nicht nur ernst, manchmal hoffnungslos und einsam sein können, sondern auch farbig, vielfältig und fröhlich.

Wir wünschen allen eine erfolgreiche Zeit.

Klaus Koch
Vorstandsmitglied
AIDS-Hilfe Konstanz e.V.“

 

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